Am Anfang war das Wort

9. 7. 2019

       

Lust auf eine Geschichte ....

Sprachen lernen auf afrikanisch ;-)

Ich holte ein Buch aus meinem Koffer und legte mich in die Hängematte unter dem schattigen Mangobaum. Doch sogar zum Lesen war es zu heiss, also liess ich es sein und träumte vor mich hin.
Schon stand Mady neben mir und sagte ganz begeistert: "Jetzt wird Wolof gelernt Monika, das musst du können."Ja das stimmte und ich freute mich darauf, irgendwann Wolof sprechen zu können.

Die Sonne brannte vom Himmel, und ich war froh um diesen lauschigen Schattenplatz, doch das Lernen strengte mich an, es war keine Sprache, die man mal so nebenbei lernte. Und ich brauchte ein Heft, ich musste mir die Wörter aufschreiben, ich musste sie sehen, damit sie sich eines Tages in meinen Kopf einprägen würden.

Ich wollte gerade aufstehen, um mein Tagebuch aus meinem Zimmer zu holen, als Mady erstaunt sagte: "Was willst du denn aufschreiben?"
"Ja die Wörter, damit ich sie lernen kann", entgegnete ich.
"Aha." Er nickte nur mit dem Kopf. "Ich kann nicht schreiben", gab er mir zu verstehen.
"Aber du kannst lesen?" wollte ich wissen.
"Nein, Monika, ich habe immer gearbeitet, ich habe keine Zeit für die Schule gehabt."

Ich konnte mir gar nicht vorstellen, nicht, in die Schule zu müssen.
Aber seinen Job als Gärtner machte er ausgezeichnet, ohne Schule und ohne Lehre. Er war auch nicht der Einzige, der hier nicht lesen und schreiben konnte.

Aber ich mochte ihn, er war sehr hilfsbereit, manchmal sogar ein wenig übereifrig, aber wenn er mich nervte, konnte ich es ihm  sagen, und er war stets freundlich, immer fröhlich und respektvoll. Er hatte etwas Unschuldiges an sich, fast wie ein Kind.

Er hätte die Koranschule besucht; erklärte er mir stolz.
Da hatte ich jetzt keine Ahnung, vielleicht war das etwas ähnliches wie bei uns die Sonntagsschule oder der Religionsunterricht? Ich ging nicht näher darauf ein, holte Papier und Bleistift und legte mich wieder in die Hängematte.

Auf dem Boden stand ein kleiner Messing-Ofen, gefüllt mit Kohle, um das Feuer zu machen, und den obligaten Ataya zuzubereiten. Mady fächerte mit einem  Plastikdeckel immer wieder Luft dazu, damit sich die Kohle entzünden konnte. Und, er erklärte mir jede Handbewegung auf Wolof.
Ich verstand natürlich kein Wort. Einiges konnte ich mir zusammenreimen. Doch ich wollte erst einmal Wörter und Sätze lernen, die ich anwenden und brauchen konnte, wie zum Beispiel: "Es ist heiss, oder kalt, oder kochen, essen, sitzen ..." Mady verstand und ich schrieb fleissig mit. Ich musste oft herzhaft lachen , so eine ganz andere Sprache hatte ich noch nie gelernt. Für mich die reinsten Zungenbrecher.

"Mais Monika, cèst facile, cèst très facile", lachte er mich aus. "Das ist überhaupt nicht einfach", rechtfertiget ich mich.
Na warte, das wirst du büssen, dachte ich, und kramte das wahrscheinlich, fieseste und schwierigste schweizerdeutsche Wort hervor das es überhaut gab. "Chuchichäschtli."
"Was?", wollte er überrascht wissen. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Jetzt lachte ich und sagte süss, zu ihm, "Mady, das ist doch ganz einfach."
Aber netterweise erklärte ich natürlich noch, was genau dieses Wort heissen würde, jetzt mussten wie beide lachen und wir hatten einen unglaublich lustigen Nachmittag ...

Vorschau:

Im Herbst, wenn es wieder mehr nach Innen geht, tauchen wir ein, ins Reich der Seele, finden versteckte Schätze, erleben geheimnisvolle Abenteuer, tauchen nach Perlen, treffen unsere Ahnen, reisen zu den Drachen, in fremde Galaxien, in ferne Länder ... !

       

Ich mag es mit Worten zu spielen, so ist mein Buch entstanden ...

Einfach schreiben, ohne Punkt und Komma ...

Einem Impuls folgen ...

Startschuss! August ... Ich halte dich auf dem Laufenden :-) und freue mich jetzt schon!

Am Samstag den 13. und am Donnerstag den 18. Juli, jeweils um 19 Uhr Vortrag "Glaubenssätze auf afrikanisch" hat noch Plätze frei.

Eine wundervolle, sommersonnige freudichzeit.

Von Herzen Monika

Die Tücken der Kommunikation

3. 7. 2019

       

Am Anfang war das Wort....

Also, schreiben tu ich auf hochdeutsch, reden auf schweizerdeutsch, und in meinem Buch kommen gleich mehrere Sprachen vor.

Was so viel heisst; dass ich hin und wieder Worte auf Schweizerdeutsch meiner Muttersprache, Französisch, Englisch, und Wolof einflechte.

Für mich ist es ganz normal, denn in Afrika habe ich diese Sprachen gesprochen, und Wolof oder Mandinka habe ich in Senegal dazu gelernt. Es war natürlich eine unglaubliche Herausforderung für mich, da diese beiden Sprachen mit keiner anderen, die ich kenne zu vergleichen sind. Auch wenn es manchmal einen klitzekleinen Anschein macht.

Ich mag Sprachen, ich liebe Worte, sie zeigen mir etwas über den anderen Menschen, wie er sich ausdrückt, an was er glaubt, wie er lebt, wie er denkt, fühlt, handelt.

Das es für die Leser eines Buches, in verschieden Sprachen schwierig werden könnte, auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen, so selbstverständlich sind diese Sprachen für mich geworden und ich fand und finde es  immer noch, dass sie in mein Buch gehören. Sie sollen dem Buch, wie den Schliff geben, das andere Gefühl, den Unterschied oder das gewisse Etwas.
Doch meine Lektorin ist da ein wenig anderer Ansicht. Sie meint es würde den Lesefluss unterbrechen oder gar stören, und ja, wenn ich mir einen Texte durchlese und bei allen Fremdwörtern zuerst nachschlagen muss, was es heissen könnte, kann das tatsächlich ober mühsam werden.

Also muss ein spannender Kompromiss her....

Was die Fertigstellung des Buches natürlich noch einmal mehr verzögert. Soll aber wirklich keine Ausrede sein ;-)

Kommunikation; die Herausforderung des Lebens schlechthin.

Du weisst sicher wie schnell Drama entstehen kann, manchmal reicht EIN Wort und es ist vorbei mit dem Frieden und der Haussegen hängt schiefer als schief. Du hast es noch nicht einmal böse gemeint, doch jetzt ist es nicht mehr wie vorher. Hhmm....

Worte sind machtvoll, jedes Wort setzt Energie frei. Jetzt stell dir das Ganze einmal vor, wenn zwei Individuen aufeinander treffen, die auch noch in verschiedenen Sprachen kommunizieren, die sogar noch einen anderen Glauben haben, und, in einer dir fremden Kultur leben. Na Bravo! Das schürt auch gleich noch ein paar eingefleischte Glaubenssätze.

Worte können dich täuschen, dich verstricken....

Du benutzt deine Lieblingswörter um etwas zu beschreiben, die dein Gegenüber vielleicht nicht kennt, nicht versteht oder anders interpretierte. Schon hast du den Salat.

Worte können dich von jetzt auf gleich in den Himmel erheben oder in die nächste Hölle katapultieren.

Worte können dir in den Mund gelegt werden, von wem auch immer... Hab acht ;-) oder jemand könnte dir das Wort im Munde umdrehen; noch fieser! ;-) Wie das geht, weiss ich jetzt auch nicht so genau, ist ja auch nur eine Redewendung Gell, ;-)

Nur Redewendungen sind nicht immer ganz ohne, vor allem wenn man der (Fremd) Sprache nicht mächtig ist. Sie also nicht so gut beherrscht wie der andere. Fettnäpfchen - Gefahr ;-)

Am Samstag den 13. und Donnerstag den 18. Juli, mache ich jeweils um 19 Uhr einen Vortrag über: "Glaubenssätze auf afrikanisch"

Ich werde aus meinem (fast)fertigen Buch lesen, über welche Redewendungen und Glaubensätze ich gestolpert bin, beziehungsweise welche Glaubensätze mich aufhorchen liessen, wo ich an Grenzen gestossen bin und was das so alles mit einem Selber zu tun hat. :-)

Wird spannend und es darf viel gelacht werden :-)

Im Anschluss verrate ich dir ein kleines Ritual, um mit einem deiner (Lieblings)-Glaubenssätze in Frieden zukommen. 

Wenn dich das Thema interessiert, überleg nicht all zu lange, freue dich und melde dich gleich an.

Die Vorträge finden bei mir in der guten Stube statt :-) deshalb Plätze begrenzt.

Monika Barro, Held 2, 8252 Schlatt TG

Ich freue mich auf dich!

Von Herzen Monika

Am Anfang war die Faszination!

20. 6. 2019

Afrika erregte die menschlichen Gemüter schon immer.

Heute kommt als Einstimmung wieder eine Geschichte aus meinem Buch.

Danach habe ich eine Einladung für Dich ;-)

Afrika birgt so viel Potenzial aber auch fette Klischees und Glaubenssätze, die es in sich haben.

       

Malick

Einer dieser Abende jedoch verlief nicht ganz wie die vorhergehenden. Obwohl die Musik laut war. Nein, sie kam mir noch lauter vor als sonst.
Mir wurde gerade alles zuviel und ich beschloss, unbemerkt nach draussen zu gehen. Am liebsten wäre ich ja an den Strand gegangen, doch alleine traute ich mich nicht und Begleitung wollte ich keine. Ich vergewisserte mich, dass mich niemand beim Hinausgehen sah.
Die wundervoll abkühlende Abendluft tat gut. Ahhhhh, was für ein Genuss, so alleine unter freiem Himmel zu stehen und die frische, salzige Meeresluft einzuatmen.

Ich wollte ans Feuer. Schritt für Schritt tastete ich mich durch die Dunkelheit zum Feuer. Es knackte von irgendwoher, vielleicht hörte ich schon das Feuer knistern. Ich war fast dort und sah auch wieder etwas mehr.
Es knackte wieder ... Nein, das konnte nicht das Feuer sein, das knackte nicht so. Das knisterte verlockend und einladend vor sich hin.


Ich hörte wieder etwas, trotz der Musik, die aus dem Aufenthaltsraum drang.

Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts eine Gestalt neben mir auf. Ich erschrak fast zu Tode. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und in der Dunkelheit erkannte ich das schwarze Gesicht nicht. Ich bekam Panik, wollte mich umdrehen und zurück in den Saal rennen.
Die Gestalt hielt mich am Arm fest und sagte: "C`est moi, Malick."
"Ich kenne keinen Malick", schrie es aus mir heraus.
"Nicht so laut", sagte er, mich immer noch festhaltend.
"Lass mich sofort los!", brüllte ich ihn wütend an. "Ich kenne dich nicht und auch keinen Malick."
Er liess mich los und fragte, fast ein wenig beleidigt, aber mit einer sanften Stimme: "Kennst du mich nicht?"
Ich beruhigte mich wieder, da ich merkte, dass mir keine Gefahr drohte und dachte nach...Also kannte er mich?

"Komm, wir gehen ans Feuer", unterbrach er meine Gedanken.
"Ich möchte mit dir reden."
Ja, ans Feuer wollte ich eigentlich auch. Nur lieber alleine und reden wollte ich jetzt wirklich nicht.
Er sprach ruhig weiter: "Ich habe dich einmal zum Strand begleitet."
Während er sprach, kamen wir beim Feuer an und ich wusste unterdessen, dass er der mit den Stoffen war. Alleine am Feuer sitzen, konnte ich wohl vergessen. Wie sollte ich ihm das aber klarmachen? So, wie es aussah, hatte er keine Eile und auch nicht die Absicht, so schnell wieder zu gehen.

Wahrscheinlich hatte er auf mich gewartet.

Über was er wohl mit mir reden wollte? Ich hatte ihm auf jeden Fall nichts zu sagen und setzte mich schweigend auf einen der herumstehenden weissen Plastikstühle.
Es war gemütlich und ruhig am Feuer. Die Musik aus dem Saal war hier kaum zu hören, nur das knistern und knacken des Feuerholzes und das magische Zirpen der Grillen.
Über uns leuchtete ein mit diamantfunkelnden Sternen übersäter Nachthimmel. Ein lauschiger milder Abend. Fast zu romantisch.
Im hellen Feuerschein sah ich sein Gesicht jetzt deutlicher. Wir sassen beide schweigend da. Er starrte ins Feuer und ich beobachtete ihn genauer. Einige Rastas fielen ihm in sein schönes, ebenmässiges Gesicht, die restlichen Haare hatte er unter einer blauen Mütze versteckt..
Er trug blaue Jeans, ein farbiges Batikhemd und eine dunkle Jacke darüber. Er sah gut aus, aber das taten ja alle Männer die ich hier bis jetzt getroffen hatte.
Mit seinen feingliedrigen Fingern zog er eine zerknitterte Zigarette aus seiner Hosentasche und zündete sie mit einem brennenden Hölzchen an, das er, ohne mit der Wimper zu zucken, aus dem Feuer heraus fischte.

Die Geschichte geht natürlich weiter.... ;-) Am Anfang war die Faszination, Neugier und viel Erotik. Doch je länger ich in Senegal lebte und immer tiefer in das Leben von dort eintauchte, mich einliess auf das was passierte, desto mehr kamen auch Situationen auf mich zu, die nicht mehr viel mit Faszination zu tun hatten, sondern mit nacktem Leben.

Daraus sind alle meine Angebote, Geschichten und Vorträge entstanden.

Während dem ich das Angebot "Auswandern nach Westafrika" kreiert habe, ist mir wieder klar und bewusst geworden, wie gross, reichhaltig und vielfältig, dieser Kontinent und seine Themen sind. Mal abgesehen von den ganzen Dramen, die ja oft aus den Glaubenssätzen und Klischees heraus entstehen....

Einige dieser Glaubenssätze möchte ich näher beleuchten, und habe dazu zwei Vorträge vorbereitet. 

Samstag 13. und Donnerstag 18. Juli um 19 Uhr. Themen werden sein: "Die reichen Weissen und die armen Schwarzen." Wahrscheinlich einer der Tiefsten und Leidvollsten Glaubenssätzen überhaupt in der Geschichte Afrikas, und genau aus diesem Grund möchte ich ihn aus der Versenkung holen, denn er hat es verdient angeschaut zu werden.
Dieses arm-/reich- Hamsterrad beschäftigt mich wirklich und liegt mir schon lange auf dem Herzen. 
Vielleicht auch deshalb, weil ich selber, lange, während ich in Senegal gelebt habe, hautnah damit konfrontiert war.

Warum Hamsterrad? Weil er keine Veränderung zulässt, niemandem weiterhilft und immer noch mehr Leid erschafft.

Es geht mir nicht darum, Dir etwas  ein- oder ausreden zu wollen, ich möchte Dich einladen und inspirieren, einfach einmal mutig einen anderen Gedanken darüber zu denken.

Den Mutigen gehört die Welt und umdenken ist angesagt!

Ich würde mich freuen Dich an einem dieser Abend bei mir zusehen. Wenn Du kommst, melde Dich aus Platzgründen unbedingt an. 078 709 98 86 ich schreibe mir Monika

Von Herzen

Monika

Wenn Eine eine Reise tut...

12. 6. 2019

Ich war schon immer ein Reisefüdli, gerne auf Achse irgendwo unterwegs.

Mal verreiste ich länger, dann wieder kürzer, doch auf jeder Reise gab es viel zu erleben.

Reisen macht das Leben spannend, ich lernte viel über mich selber, lernte andere Menschen kennen, andere Sprachen und hatte danach immer viel zu erzählen...

Eine Reise jedoch hatte es mir ganz besonders angetan und eine Spur tiefer beeindruckt....

       

Es war ein Tanzworkshop nach Südsenegal Westafrika, Senegal eroberte mein Herz im Sturm. 

Etwas ursprüngliches in mir wurde wach und lebendig, ich verbrachte vier unglaublich bewegende Wochen auf einem für mich sehr fremden jedoch faszinierenden Kontinent. Das verrückteste war wohl, dass ich mich sofort zuhaue fühlte.

Das Tanzen, das Meer, die rote afrikanische Erde, belebte und veränderte mich und mein Leben auf eine tiefgreifende Weise, die ich mit dem Verstand nicht zu erklären vermochte.

Es veränderte mich so sehr, das ich auf die verrückte Idee kam, dort zu bleiben und einmal am Meer zu Leben, das war schon immer ein grosser Traum von mir.

Das nicht alle so begeistert waren wie ich, von dieser eher ungewöhnlichen Idee, konnte ich mir in meiner Anfänger-Euphorie gar nicht vorstellen.

Ehrlich gesagt konnte ich es mir auch nicht erklären was da mit mir passierte.

Es war wie ein Ruf den ich verspürte.

So dauerte es nicht mehr lange und ich beschloss tatsächlich dort zu leben, in der üppigen, kraftvollen, Casamance, dem magisch, mystischen Süden von Senegal.

An Orte zu reisen oder dort Ferien zu machen, ist das Eine, es gibt viel zu sehen, man freut sich, reist weiter oder wenn die Ferien vorbei sind fliegt man zurück nach Hause...

Dieses mal war es aber anders und ich wollte mehr. Ich wollte eintauchen in diese Kultur die mich so begeisterte, ich wollte mich einlassen, und wollte wirklich wissen was denn dahinter steckte, das mich so berührte.

Lebens-Erfahrungen

Ja, ich lernte...., und was ich alles lernte!

Ich lernte einige Sprachen, ich lernte Tanzen, ich lernte herzliche Gastfreundschaft kennen, ich lernte aber auch was es hiess eine "Weisse" in einem Clan zu sein, wenn das Geld knapp wurde oder überhaupt nicht vorhanden zu sein schien. 

Ich lernte viel über Glaubenssätze zwischen weissen und schwarzen Menschen kennen. Ich lernte das wir Weissen reich sind und die Schwarzen arm. Was das für ein fataler Glaubenssatz ist, lernte ich erst viel später...

Ich kam an Grenzen von Wertvorstellungen, ich verwickelte mich Religionskonflikte mit meinem Mann, und, und, und, es war viel...viel von Allem.

Ich lebte an einem wunderschönen Ort. Die Zeit in Westafrika hat mich geformt geschliffen, reifen lassen, und hat mich Wert-schätzen gelehrt. Afrika hat vieles in mir ausgelöst und aufgewirbelt, das ich sogar ein Buch darüber schreiben wollte... Auch das habe ich getan ;-) Es befindet sich gerade noch im Lektorat.

Auswandern, Heiraten, Familie, Leben in Westafrika

....was es wirklich zu beachten und zu wissen gibt, wenn Du als weisse Frau aus einem sogenannten Wohlstandsland in ein sogenanntes Drittweltland auswandern möchtest ...

dazu habe ich ein sehr individuelles Angebot entwickelt, indem ich Dir mit all meinem Wissen und meinen Erfahrungen zur Seite stehe.

Damit Dein Herzens-Projekt erblühen und wachsen kann.

Wenn ich nicht Schreibe oder mein Wissen weiter gebe, male und fotografiere ich.

Meine Bilder findest Du HIER

Von Herzen wünsche ich Dir viele genussvolle Momente...

Monika

Glaubenssätze: verstecktes Potenzial oder Stoff für (weitere) Dramen? Darum geht es im nächsten Blogbeitrag

Ausdruck Power Grösse

3. 6. 2019

       

 

Moralische Bedenken

15. 5. 2019

       

Zeit für eine weitere Geschichte aus Afrika!

Am Gare routiere in Dakar, herrschte schon in diesen frühen Morgenstunden ein wildes Durcheinander. So kam es mir zumindest vor als wir dort ankamen. Es wimmelte von Menschen, Frauen mit ihren Babys auf dem Rücken, müde Kinder die verschlafen am Rockzipfel ihrer Mütter hingen. Jüngere Frauen, ältere Frauen, ältere Männer, junge Männer, eilige Geschäftsleute, Händler, Händlerinnen mit ihren Waren.

Eines hatten sie jedoch gemeinsam. Was mir sofort auffiel, sie alle waren schön gekleidet, standen oder sassen anmutig herum und warteten geduldig auf einen Platz im Sept-Places oder im Buschtaxi.

Ich staunte dass so viele Menschen so früh schon verreisen wollten. Wo die wohl alle hin mussten? Überlegte ich wohl laut, denn Abdou meinte, "ich habe es dir doch gesagt, der frühe Morgen ist die angenehmste Zeit zum Reisen, bevor es immer heisser wird im Laufe des Tages", warts nur ab grinste er.

Die Sept-Places und Buschtaxis sind um diese Zeit begehrt und fahren in alle Richtungen von Senegal, sogar bis nach Gambia, Guinee Bissau und Guinee Conakry.

Was für mich wie ein heilloses Durcheinander aussah, schliesslich kam ich aus der "ordentlichen" Schweiz, war das hier ein richtig gut durchorganisiertes System von Autos und Bussen, das ganz klar bestimmte wo, auf welchem Gate sozusagen ein- und ausgestiegene werden musste um an den gewünschten Reise-Ort zu gelangen. Abdou kannte sich hier wirklich gut aus, auch unser Taxichauffeur, der uns hierher gebracht hatte, wusste sofort, wohin er uns fahren musste auf diesem riesigen Busbahnhof. Jede Destination hatte ihr eigenes Gate.

Abdou bekam im Handumdrehen zwei Tickets in einem Sept-Places nach Ziguinchor. Der Chauffeur des Autos, ein grosser, schlanker Senegalese mittleren Alters, auch er war schön gekleidet. Er trug einen dunkelblauen Boubou mit weissen Borden am Kragen und ums Handgelenk. Er sah wirklich sehr gut aus, überhaupt machte er einen guten Eindruck. Was mich beruhigte einen seriösen Chauffeur zu haben, wenn ich mir manchmal die Autos so anschaute. "Bonjour Madame, ca va", begrüsste er mich freundlich. "Guten Tag, ja es geht gut und ihnen?", grüsste ich zurück.

Nach einigem Hin und Her mit meinen grossen Koffern, beschlossen die  Männer sie aufs Dach zu hieven. Es befanden sich schon einige Gepäckstücke oben und ich sah interessiert zu, wie auch mein Gepäck da oben verstaut wurde.

Im Sept-Places gab es noch zwei freie Plätze zu vergeben, so blieb ein wenig Zeit für ein Frühstück. Ich freute mich, denn vor lauter früh aufstehen hatte ich gar keine Zeit mehr gehabt einen Kaffee zu trinken. Abdou bot mir an uns einen Kaffee zu organisieren, ich gab ihm einige CFAs mit und bevor er im Gewühl verschwinden konnte, rief im ihm nach ob er noch Sandwiches mitbringen könnte.

Während Abdou sich ums Frühstück kümmerte, kam ich mit dem Chauffeur ein wenig ins plaudern. In einem guten Französisch wollte er wissen woher ich kam und was ich hier machte, und, ob Abdou mein Ehemann wäre. Ich verneinte beim Ehemann, verdrehte innerlich die Augen und musste grinsen, das schien hier wirklich wichtig zu sein. Schon die ganze Woche die ich hier in Dakar verbracht hatte, wurde ich x-Mal nach meinem Ehemann gefragt und bekam auch gleich mehrere Heiratsanträge.

Ich fuhr fort und sagte ihm das ich aus der Schweiz kommen würde. "Warum ich denn in die Casamance reisen wollte", fragte er weiter, "ich solle doch lieber hier im Norden bleiben." "Was soll ich denn hier im Norden", fragte ich ihn. Er neigte seinen Kopf ein wenig näher zu mir, "Die Casamance ist gefährlich", flüsterte er mir zu. "Ah ja", ich schaute ihn erstaunt und fragend an. Stirnrunzelnd schaute er mich an. "Tu sais pas?" "Nein, was sollte ich denn wissen", wollte ich jetzt sehr neugierig und hellwach geworden von ihm wissen. "Du weisst es wirklich nicht, bist du das erste Mal hier?" wiederholte er die Frage noch einmal.

"Ich bin das erste Mal in Dakar aber nicht das erste Mal in der Casamance",  gab ich ihm zur Antwort. "Und übrigens wohnt mein Mann in der Casamance." "Ah du bist verheiratet?" Das gefiel ihm und es schien ihn zu beruhigen. Doch bei mir schlich sich eine leichte Unruhe ein, und ich wollte wissen, warum den die Casamance gefährlich sein sollte.

"Dort gibt es Geister, hat dir das dein Mann nicht gesagt?" Er blickte mich fragend, fast entrüstet an und bevor er weiterreden konnte, kam Abdou schon mit dem Frühstück zurück.

Auch ein neuer Fahrgast kam dazu und der Chauffeur musste sich nun um diesen kümmern. Abdou gab mir das restliche Geld zurück, das ich gleich im Rucksack verstaute. Schon drückte er mir den Kaffee und ein Sandwich mit Ei und Mayonnaise in die Hände. Ich stellte den Rucksack zwischen meine Beine und nahm genussvoll einen Schluck heissen Kaffee. "Was ist das denn, Zuckerwasser?" Ich die nie Kaffee mit Zucker trank, bekam fast einen Zuckerschock so süss schmeckte dieses Getränk. Abdou lachte sich halb tot. "Ah bon", war seine Reaktion, "Tu aimes pas?"

"Es geht so, ich musste mich wohl einfach daran gewöhnen", antwortete ich ihm. Dafür schmeckte das Ei-Sandwich hervorragend und ich verschlang es freudig mit grossem Appetit.

Vor lauter süssem Kaffee, vergass ich aber ganz die Geister die es angeblich in der Casamance geben sollte, von denen der Chauffeur gerade eben noch geredete hatte.

Der schien jetzt auch ganz anderweitig beschäftigt zu sein, denn während Abdou und ich frühstückten, kam ein weiterer Fahrgast dazu, der die letzte Lücke im Sept-Places füllte. Dann können wir ja los freute ich mich.

Doch der letzte Fahrgast brachte ein Ziege mit, die nun noch aufs Autodach gebunden werden sollte. "Ah ja, die muss da rauf?" Das konnte ich mir nun beim besten Willen nicht vorstellen. Das geht doch gar nicht? Und ob das ging, bevor ich meine moralischen Bedenken laut ausgesprochen hatte, landete die Ziege Schwupp die Wupp auch schon auf dem Dach. An den Beinen zusammengebunden, eingepfercht zwischen Gepäckstücken.

Mein Gewissen meldete sich natürlich sofort und meine Moral liess mich nicht in Ruhe, so meinte ich besserwisserisch, "das geht doch nicht!"

Nur interessierte meine Meinung gar niemanden, denn, "das wird hier so gemacht", versicherte  mir Abdou, als er meinen entsetzten Blick sah. "Monika, c`est comme ca ici." 

Zeit für Geschichten...

Wenn Du Geschichten liebst wie ich...

Wenn Du sogar selber eine Schreiben möchtest...

Wenn du nicht weisst, wo genau Du anfangen musst...

Wenn Du DEINE Geschichte schreiben möchtest...

Oder ein Kapitel in deinem Leben genauer unter die Lupe nehmen möchtest...

Wenn Du denkst Deine Geschichten seien nicht spannend, wichtig oder interessant genug....

.... dann bist Du bei mir richtig.

Aus meinem eigenen Lebens- und Schreib- Prozess heraus weiss ich, wie wertvoll es ist jemanden zu haben der einem beisteht, der einem sieht, wenns dunkel wird, wenn die Zweifel viel zu laut schreien, wenn Du Dich alleine fühlst....

Storytelling Ein wundervolles Angebot um kraftvoll in Deinen Lebens- und/oder  Schreibfluss einzutauchen um wieder klarer zu werden und zu wissen wo Du wirklich hin willst.... Was Dein nächster Schritt ist

Ich wünsche Dir eine bunte Frühlings Woche...

Und übrigens; meine Bilder gibt's jetzt auch als Fotografien in von Dir wählbaren Grössen :-)

 

Herzlichst Monika

Weiterreise von Senegal nach Gambia

6. 5. 2019

Neugierig machen auf mein Buch .... "Hinter den Kulissen tanzen die Geister"

         

        Bild: Monika Barro, auch als Postkarte erhältlich.

 

Eine halbe Stunde später landete die Maschine jedoch schon wieder, dieses Mal in Gambia. Die wenigen Menschen die sich noch an Bord befanden verliessen hier das Flugzeug. Auch ich nahm mein Handgepäck.

Der gut angezogene Mann, mit dem ich mich im Flugzeug unterhalten hatte, war mir weiterhin behilflich und liess mich, bis wir im Flughafengebäude angekommen waren, nicht mehr aus den Augen. Dort angekommen, gab er mir noch einige gute Ratschläge mit auf den Weg und meinte dann lachend; "now white lady, ist up to you." Er wünschte mir ganz viel Glück und Freude für meine Weiterreise und meinen Aufenthalt. Auch ich bedankte mich bei ihm und ging mit wildklopfendem Herzen weiter.

Ich war unglaublich aufgeregt und konnte es kaum fassen, mich wirklich in Afrika zu befinden. Ja, ich hatte tatsächlich afrikanischen Boden unter meinen Füssen. Hitze schlug mir entgegen, so dass ich erst einmal meine Jacke ausziehen musste, die ich die ganze Zeit im stark klimatisierten Flugzeug getragen hatte.

Am Flughafen in Gambia.

"Yundum", so hiess der Flughafen von Gambia, war klein und überschaubar. Mein Herz schlug immer wilder vor lauter Aufregung und ich hoffte inbrünstig dass es nicht zerspringen würde. Ein tiefes Glücksgefühl breitete sich in meinem ganzen Körper aus. JA! Ich war wirklich da, AFRIKA!

Irgendwie seltsam am Morgen, stand ich noch in der grauen und nasskalten Schweiz, und jetzt schwitze ich. Ich war begeistert und voller Freude, die Angst am falschen Ort an zu kommen, kam mir nun lächerlich vor. Die Abenteuerlust stieg wieder in mir auf und ich fühlte mich leicht und beschwingt.

In der Schalterhalle war es ruhig. Ausser den wenigen Passagieren die hier noch ausgestiegen waren und dem Ventilator an der Decke, der vor sich hin surrte, aber nicht wirklich kühle Luft spendete, war nicht gerade viel los. Gut für mich, so konnte ich den Flughafen umso schneller wieder verlassen. Also musste ich nur noch mein Gepäck abholen und durch die Pass- und Zollkontrolle kommen. Sofort machte ich mich auf den Weg zum Gepäckband und hatte meine Koffer schnell gesichtet. Ich griff nach dem ersten und noch bevor ich ihn richtig fassen konnte, tauchte plötzlich wie aus dem Nichts, ein ziemlich grosser Mensch neben mir auf und schnappte mir flink meinen Koffer vor meiner Nase vom Gepäckband weg.

"Das ist meiner", rief ich empört und schaute den Mann fassungslos an. Warum griff der nach meinem Koffer, kannte er seinen etwa nicht? Eigentlich wirkte er aber sympathisch, als er mich mit einem strahlenden Lachen und nickendem Kopf wohlwollend anschaute. Aber was sollte das jetzt?

"Madame, you, have an other one?" wollte er sogar noch wissen und ich nickte auch noch und zeigte ihm den andern.

Also, er hatte es tatsächlich auf meine Koffer abgesehen. Nur was er damit wollte, kapierte ich nicht ganz. Auch den Zweiten hievte er elegant vom Band und stellte beide auf einen der Gepäckwagen die hier überall herum standen. Ich stand immer noch völlig perplex da, während er mir seine Hand entgegenstreckte und sich auf Englisch als Abdoulaye vorstellte. Er hatte wirklich ein unwiderstehliches Lachen, das musste man ihm lassen. Doch als er merkte das ich zögerte und immer noch nicht so recht wusste was das Ganze sollte, entgegnete er sehr freundlich; "I will help you madame."

OK, dachte ich und fragte ihn, "wobei er mir denn helfen wolle?"

"Ich bringe sie zu einem guten Taxi und handle einen günstigen Preis aus", erklärte er wohlwollend, "denn um diese Zeit seien die Taxis hier sehr, sehr teuer", führ er weiter.

"Ich brauche gar kein Taxi", gab ich ihm freundlich zu verstehen. Jetzt war er erstaunt und fragte mich; "warum denn nicht, wohin ich denn gehen würde?"

Kurzangebunden, erklärte ich ihm, dass ich abgeholt werden würde. Ich wollte schon den Gepäckwagen nehmen und so schnell wie möglich, endlich alle Formalitäten hinter mich bringen und dann nichts wie raus aus dem stickigen Gebäude. Doch er wich nicht von meiner Seite und wollte wissen; "Aha, dein Ehemann wartet?" "Nein", sagte ich ganz erstaunt, "mein Tanzlehrer wartet draussen auf mich."

"No  problem madame", meinte er lächelnd  "your husband."

Ich kam gar nicht zum Antworten, schon fuhr er fort und fragte freundlich aber neugierig nach meinem Namen.

"Monika", kam es reflexartig aus meinem Mund. Aber was wollte er eigentlich von mir, er irritierte mich? Eigentlich bräuchte er auch meinen Namen nicht zu wissen. Gut, er hatte mir seinen ja auch genannt und ich wollte nicht unhöflich sein. Obwohl er sehr nett war, hatte ich doch keine Zeit und Lust auf weitere Fragen, ich wollte gehen. Das ich nicht auf meinen Ehemann warten würde und mein Gepäck auch selber nach draussen schieben könnte, wollte ich ihm aber noch sagen.

Erfreut dass er nun meinen Namen kannte, fuhr er aber auch gleich weiter mit Reden. Den Gepäckwagen immer noch festhaltend, erklärte er mir; "Monika, ich arbeite hier am Flughafen, es ist mein Job den Leuten beim Gepäck behilflich zu sein, and you are so a nice Person." 

Aha,so war das also. Ich fühlte mich erleichtert, nun, so sah die Sache natürlich ganz anders aus. Ich kannte das auch gar nicht und so einen freundlichen Gepäckshelfer hatte ich in der Tat noch nie gehabt. Mir hatte überhaupt noch nie jemand beim Gepäck verladen geholfen. Meine Anspannung liess fürs erste nach...

Denn ich befand mich noch immer im Flughafengebäude.... und es warteten noch einige Überraschungen auf mich.

Möchtest Du wissen wie es weiter geht? Du darfst dich freuen :-) Bald, bald gibt es meine Geschichte als Buch und als E-Book zu lesen...

Meine Bilder sind noch bis ende Monat Mai im scharfen Sultan zu bewundern oder Du kannst sie Dir gleich hier ansehen. 

Planst Du demnächst eine Reise oder einen längeren Aufenthalt nach Westafrika? Sehr gerne stehe ich Dir mit Rat und Tat bei diesem Abenteuer zur Verfügung. Aus meinen eigenen Erfahrungen weiss ich, das es Dinge und/oder Situationen gibt über die Du Bescheid wissen solltest. Ich freue mich über Deine Kontaktaufnahme.

Von Herzen wünsche ich Dir eine farbenfrohe Maiwoche!!!

Monika

Sichtbarkeit

2. 4. 2019

Wow, was für ein Freudentanz der Natur...!!!!

Der April steht im Zeichen des Wachstums, des Erblühens und der Sichtbarkeit, alles möchte ans Licht. Die Bäume, die Sträucher, die Blumen auf den Wiesen, im Wald, überall wo ich hinsehe, alles beginnt sich kraftvoll zu Regen, zu Spriessen und zu Leuchten.

Vielleicht auch Du?

Auch bei mit tut sich gerade so viel...

Meine Ausstellung hat heute begonnen und du kannst Dir die Bilder den ganzen Monat April ansehen, wirken lassen, kaufen... freuen!!

Ich freue mich auf jeden Fall sehr über Deinen Besuch!!  

       

Am Samstag den 6. April ist Vernissage ab 17h und um 17.30h lese ich eine Geschichte aus meinem Buch das im Mai erscheint.

Das alles ist für mich ein riesiger Sprung in die Sichtbarkeit, raus aus jeglicher Komfortzone. Die Zweifel schlagen Purzelbäume, und die inneren Stimmen meinen ganz gemein und hinterlistig. "Ha, jetzt nimmst du dich aber ganz schön wichtig, wer bist du eigentlich das du jetzt so kraftvoll und mutig in die Welt willst, kannst du das überhaupt? Möchtest du nicht noch einmal darüber schlafen, nachdenken, verschieben, usw."....
Ja es fordert mich gerade ganz heftig heraus und es braucht wirklich mega viel Mut und Entschlossenheit mich da nicht wieder ins Schneckenloch zu verkriechen.

Doch es fühlt sich gut und richtig an...

Vielleicht kennst Du das Zitat von Anais Nin:

"Und es kam der Tag,
da das Risiko,
in der Knospe zu verharren,
schmerzhafter wurde,
als das Risiko, zu blühen."

Ich finde es gerade so wunderschön passend...

Wir sehen uns im Haus zum Sultan, an der Stadthausgasse in Schaffhausen.

Einen blühenden Tag wünsche ich Dir!

Herzlichst Monika

Ausstellung im April

18. 3. 2019

        

Vernissage und eine Geschichte aus Westafrika am Samstag 6. April 2019

ab 17h im scharfen Sultan, Stadthausgasse, 8200 Schaffhausen

"Was macht Afrika eigentlich so spannend und anziehend?"

Hinter den Kulissen tanzen die Geister

27. 2. 2019

Im Endspurt... Ahhhhh :-)

       

Heute habe ich grad Lust bekommen, eine Geschichte aus dem Buch heraus zu picken und Dir zu erzählen.

Viel Freude beim Lesen!

Ich ging los und schlenderte ein wenig durch die Stände hindurch, es gab so viel zu sehen. Vor allem hatte ich Hunger und von irgendwoher duftete es angenehm nach Essen. Ich folgte dem Geruch und einer dieser Stände zog mich wie magisch an, doch der duftete nicht mehr nach Essen, es war etwas anderes und ich vergass für einen Moment meinen Hunger.

Ich ging näher und blieb erstaunt an genau diesem einen Stand stehen. Eine ältere Frau mit einem farbigen Tuch, das sie elegant um ihren Kopf gewickelt hatte, stand hinter diesem Stand und kaute an einem Holzstück herum.

"Toubab, ca va bien"? blickte sie mich fragend an.

"Ja, es geht gut", gab ich zur Antwort.

"Es riecht hier so gut, was ist das", wollte ich von ihr wissen.

Es erinnerte mich an Räucherduft. Kleinere und grössere Einmachgläser gefüllt mit etwas Braunem drin, standen auf dem Holztisch. Auch hatte sie Hölzer, Wurzeln und Rinden auf diesem Tisch liegen, bunte Glasperlen und Kaurimuscheln lagen feinsäuberlich in selbst geflochtenen Körben.

Fläschchen, mit verschieden helleren und dunkleren Flüssigkeiten gefüllt, weckten meine Neugier, und ich spürte, das sie mich sehr aufmerksam aus ihren wachen, dunkelbraunen Augen musterte. Ich liess mir nichts anmerken und wollte nach einem dieser Fläschchen greifen; "nicht anfassen", kam es wie aus der Pistole geschossen aus ihrem Mund. Und sie murmelte etwas von "das wäre gegen die bösen Geister".

-Ups- dachte ich, und wurde erst recht neugierig. Was sie sofort merkte, und mich wahrscheinlich deshalb weiterhin aufmerksam beobachtete.

Sie meinte in einem leiseren Ton; "das ist geheim", und hielt mir dafür eines ihrer wundervoll duftenden Einmachgläser unter die Nase, um daran zu riechen. Doch eigentlich interessierte mich das "Geheime" jetzt umso mehr.. -Mir kam in den Sinn, das unser Chauffeur, mit dem wir von Dakar bis hierher gefahren waren auch etwas von Geistern gesagt hatte-

Ich hätte gerne mehr gewusst, doch sie ging gar nicht darauf ein. Stattdessen fragte sie mich, "tu aime"? Damit meinte sie den Inhalt im Glas, welches sie mir immer noch unter die Nase hielt. Und wie ich diesen Duft mochte, er duftete  wirklich aussergewöhnlich gut.

Sie wurde gesprächiger und sagte, "das ist Tschurai, kennst du das"? Nein, das kannte ich noch nicht. "Ob das auch gegen die bösen Geister wäre", probierte ich sie aus der Reserve zu locken. Doch sie tat nicht dergleichen.

Sie sprach auch nicht sehr gut Französisch, doch sie verstand was sie verstehen wollte und bestätigte mir, dass es zum Räuchern wäre und Glück bringen würde. "Willst du"? Und bevor ich etwas antworten konnte, drückte sie mir auch schon ein Glas in die Hand. "10 Mille", sagte sie auch gleich und streckte mir ihre offene Hand entgegen. Ich war paff.

Eigentlich wollte ich ja etwas zu Essen kaufen, kam es mir wieder in den Sinn und nun hielt ich ein Glas mit einem wohlriechenden Inhalt, das mir Glück bringen sollte in den Händen. 

Gut, Glück konnte man ja immer gebrauchen, aber es schien mir doch ziemlich teuer und ich sagte ihr, das ich es gar nicht kaufen wollte.

"Toubab, (Weisse) tu a besion, ich mache dir einen guten Preis". sagte sie eindringlich zu mir. -Ob ich das wirklich brauchte wusste ich nicht.- Sie ging runter auf 8000 CFA. Vor lauter verhandeln und auch weil mich dieser Stand so in Bann zog, vergass ich fast die Zeit. Auf einmal stand Abdou hinter mir.

"Ah endlich, da bist du also, hast du etwas gegessen", fragte er mich und fügte sofort hinzu, "wir müssen gehen, ich habe eine Taxi gefunden, das uns direkt bis nach Abene fährt". Er sah das ich etwas in der Hand hielt und meinte, "oh, du hast Tschurai gekauft"? Er schien das zu kennen. "Nein, ich hab's noch nicht gekauft", gab ich ihm zur Antwort.

"Ist das dein Mann", wollte die Frau vom Stand wissen. Ich sagte nichts und musste wirklich lachen.

"Sie will 8000 CFA dafür, ist das nicht zu teuer", wollte ich von Abdou wissen. Er schaute sie an, sagte etwas auf irgend eine Sprache die ich nicht verstand und sie antwortete zurück. So ging das hin und her, bis Abdou zu mir sagte; "gib ihr 5000 CFA. Ich merkte das ich keine Zeit mehr hatte noch lange zu überlegen und wenn ich es wollte, sollte ich diese 5000 jetzt geben.

Also kramte ich das Geld aus meinem Rucksack und streckte ihr einen 10.000er Schein hin. "Hast du es nicht kleiner"? wollte sie wissen, "ich habe kein Wechselgeld", sagte sie jetzt mehr zu Abdou gewandt. Der schaute mich an und meinte, "hast du es nicht kleiner, wir haben keine Zeit mehr um Geld zu wechseln". 

Die Marktfrau machte nicht lange und drückte mir ein zweites Glas in die Hand. "am" (nimm) sagte sie und meinte, als sie mein verwundertes Gesicht sah "jetzt hast du aber ein gutes Geschäft gemacht". -Ja, ja sie aber auch- dachte ich, als ich mit Abdou zum wartenden Auto zurück ging...

Lust auf Afrika bekommen? Super das freut mich, dann...

Bis zur nächsten Geschichte....

Wenn dich Afrika interessiert, ich mache auch Vorträge und erzähle Geschichten aus meinem afrikanischen Leben...wer weiss, vielleicht treffen wir uns dort einmal. Ich würde mich sehr darüber Freuen!!

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Von Herzen eine strahlende Frühfrühlingszeit ;-)

Monika