Hinter den Kulissen tanzen die Geister

27. 2. 2019

Im Endspurt... Ahhhhh :-)

       

Heute habe ich grad Lust bekommen, eine Geschichte aus dem Buch heraus zu picken und Dir zu erzählen.

Viel Freude beim Lesen!

Ich ging los und schlenderte ein wenig durch die Stände hindurch, es gab so viel zu sehen. Vor allem hatte ich Hunger und von irgendwoher duftete es angenehm nach Essen. Ich folgte dem Geruch und einer dieser Stände zog mich wie magisch an, doch der duftete nicht mehr nach Essen, es war etwas anderes und ich vergass für einen Moment meinen Hunger.

Ich ging näher und blieb erstaunt an genau diesem einen Stand stehen. Eine ältere Frau mit einem farbigen Tuch, das sie elegant um ihren Kopf gewickelt hatte, stand hinter diesem Stand und kaute an einem Holzstück herum.

"Toubab, ca va bien"? blickte sie mich fragend an.

"Ja, es geht gut", gab ich zur Antwort.

"Es riecht hier so gut, was ist das", wollte ich von ihr wissen.

Es erinnerte mich an Räucherduft. Kleinere und grössere Einmachgläser gefüllt mit etwas Braunem drin, standen auf dem Holztisch. Auch hatte sie Hölzer, Wurzeln und Rinden auf diesem Tisch liegen, bunte Glasperlen und Kaurimuscheln lagen feinsäuberlich in selbst geflochtenen Körben.

Fläschchen, mit verschieden helleren und dunkleren Flüssigkeiten gefüllt, weckten meine Neugier, und ich spürte, das sie mich sehr aufmerksam aus ihren wachen, dunkelbraunen Augen musterte. Ich liess mir nichts anmerken und wollte nach einem dieser Fläschchen greifen; "nicht anfassen", kam es wie aus der Pistole geschossen aus ihrem Mund. Und sie murmelte etwas von "das wäre gegen die bösen Geister".

-Ups- dachte ich, und wurde erst recht neugierig. Was sie sofort merkte, und mich wahrscheinlich deshalb weiterhin aufmerksam beobachtete.

Sie meinte in einem leiseren Ton; "das ist geheim", und hielt mir dafür eines ihrer wundervoll duftenden Einmachgläser unter die Nase, um daran zu riechen. Doch eigentlich interessierte mich das "Geheime" jetzt umso mehr.. -Mir kam in den Sinn, das unser Chauffeur, mit dem wir von Dakar bis hierher gefahren waren auch etwas von Geistern gesagt hatte-

Ich hätte gerne mehr gewusst, doch sie ging gar nicht darauf ein. Stattdessen fragte sie mich, "tu aime"? Damit meinte sie den Inhalt im Glas, welches sie mir immer noch unter die Nase hielt. Und wie ich diesen Duft mochte, er duftete  wirklich aussergewöhnlich gut.

Sie wurde gesprächiger und sagte, "das ist Tschurai, kennst du das"? Nein, das kannte ich noch nicht. "Ob das auch gegen die bösen Geister wäre", probierte ich sie aus der Reserve zu locken. Doch sie tat nicht dergleichen.

Sie sprach auch nicht sehr gut Französisch, doch sie verstand was sie verstehen wollte und bestätigte mir, dass es zum Räuchern wäre und Glück bringen würde. "Willst du"? Und bevor ich etwas antworten konnte, drückte sie mir auch schon ein Glas in die Hand. "10 Mille", sagte sie auch gleich und streckte mir ihre offene Hand entgegen. Ich war paff.

Eigentlich wollte ich ja etwas zu Essen kaufen, kam es mir wieder in den Sinn und nun hielt ich ein Glas mit einem wohlriechenden Inhalt, das mir Glück bringen sollte in den Händen. 

Gut, Glück konnte man ja immer gebrauchen, aber es schien mir doch ziemlich teuer und ich sagte ihr, das ich es gar nicht kaufen wollte.

"Toubab, (Weisse) tu a besion, ich mache dir einen guten Preis". sagte sie eindringlich zu mir. -Ob ich das wirklich brauchte wusste ich nicht.- Sie ging runter auf 8000 CFA. Vor lauter verhandeln und auch weil mich dieser Stand so in Bann zog, vergass ich fast die Zeit. Auf einmal stand Abdou hinter mir.

"Ah endlich, da bist du also, hast du etwas gegessen", fragte er mich und fügte sofort hinzu, "wir müssen gehen, ich habe eine Taxi gefunden, das uns direkt bis nach Abene fährt". Er sah das ich etwas in der Hand hielt und meinte, "oh, du hast Tschurai gekauft"? Er schien das zu kennen. "Nein, ich hab's noch nicht gekauft", gab ich ihm zur Antwort.

"Ist das dein Mann", wollte die Frau vom Stand wissen. Ich sagte nichts und musste wirklich lachen.

"Sie will 8000 CFA dafür, ist das nicht zu teuer", wollte ich von Abdou wissen. Er schaute sie an, sagte etwas auf irgend eine Sprache die ich nicht verstand und sie antwortete zurück. So ging das hin und her, bis Abdou zu mir sagte; "gib ihr 5000 CFA. Ich merkte das ich keine Zeit mehr hatte noch lange zu überlegen und wenn ich es wollte, sollte ich diese 5000 jetzt geben.

Also kramte ich das Geld aus meinem Rucksack und streckte ihr einen 10.000er Schein hin. "Hast du es nicht kleiner"? wollte sie wissen, "ich habe kein Wechselgeld", sagte sie jetzt mehr zu Abdou gewandt. Der schaute mich an und meinte, "hast du es nicht kleiner, wir haben keine Zeit mehr um Geld zu wechseln". 

Die Marktfrau machte nicht lange und drückte mir ein zweites Glas in die Hand. "am" (nimm) sagte sie und meinte, als sie mein verwundertes Gesicht sah "jetzt hast du aber ein gutes Geschäft gemacht". -Ja, ja sie aber auch- dachte ich, als ich mit Abdou zum wartenden Auto zurück ging...

Lust auf Afrika bekommen? Super das freut mich, dann...

Bis zur nächsten Geschichte....

Wenn dich Afrika interessiert, ich mache auch Vorträge und erzähle Geschichten aus meinem afrikanischen Leben...wer weiss, vielleicht treffen wir uns dort einmal. Ich würde mich sehr darüber Freuen!!

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Von Herzen eine strahlende Frühfrühlingszeit ;-)

Monika