Am Anfang war die Faszination!

20. 6. 2019

Afrika erregte die menschlichen Gemüter schon immer.

Heute kommt als Einstimmung wieder eine Geschichte aus meinem Buch.

Danach habe ich eine Einladung für Dich ;-)

Afrika birgt so viel Potenzial aber auch fette Klischees und Glaubenssätze, die es in sich haben.

       

Malick

Einer dieser Abende jedoch verlief nicht ganz wie die vorhergehenden. Obwohl die Musik laut war. Nein, sie kam mir noch lauter vor als sonst.
Mir wurde gerade alles zuviel und ich beschloss, unbemerkt nach draussen zu gehen. Am liebsten wäre ich ja an den Strand gegangen, doch alleine traute ich mich nicht und Begleitung wollte ich keine. Ich vergewisserte mich, dass mich niemand beim Hinausgehen sah.
Die wundervoll abkühlende Abendluft tat gut. Ahhhhh, was für ein Genuss, so alleine unter freiem Himmel zu stehen und die frische, salzige Meeresluft einzuatmen.

Ich wollte ans Feuer. Schritt für Schritt tastete ich mich durch die Dunkelheit zum Feuer. Es knackte von irgendwoher, vielleicht hörte ich schon das Feuer knistern. Ich war fast dort und sah auch wieder etwas mehr.
Es knackte wieder ... Nein, das konnte nicht das Feuer sein, das knackte nicht so. Das knisterte verlockend und einladend vor sich hin.


Ich hörte wieder etwas, trotz der Musik, die aus dem Aufenthaltsraum drang.

Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts eine Gestalt neben mir auf. Ich erschrak fast zu Tode. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und in der Dunkelheit erkannte ich das schwarze Gesicht nicht. Ich bekam Panik, wollte mich umdrehen und zurück in den Saal rennen.
Die Gestalt hielt mich am Arm fest und sagte: "C`est moi, Malick."
"Ich kenne keinen Malick", schrie es aus mir heraus.
"Nicht so laut", sagte er, mich immer noch festhaltend.
"Lass mich sofort los!", brüllte ich ihn wütend an. "Ich kenne dich nicht und auch keinen Malick."
Er liess mich los und fragte, fast ein wenig beleidigt, aber mit einer sanften Stimme: "Kennst du mich nicht?"
Ich beruhigte mich wieder, da ich merkte, dass mir keine Gefahr drohte und dachte nach...Also kannte er mich?

"Komm, wir gehen ans Feuer", unterbrach er meine Gedanken.
"Ich möchte mit dir reden."
Ja, ans Feuer wollte ich eigentlich auch. Nur lieber alleine und reden wollte ich jetzt wirklich nicht.
Er sprach ruhig weiter: "Ich habe dich einmal zum Strand begleitet."
Während er sprach, kamen wir beim Feuer an und ich wusste unterdessen, dass er der mit den Stoffen war. Alleine am Feuer sitzen, konnte ich wohl vergessen. Wie sollte ich ihm das aber klarmachen? So, wie es aussah, hatte er keine Eile und auch nicht die Absicht, so schnell wieder zu gehen.

Wahrscheinlich hatte er auf mich gewartet.

Über was er wohl mit mir reden wollte? Ich hatte ihm auf jeden Fall nichts zu sagen und setzte mich schweigend auf einen der herumstehenden weissen Plastikstühle.
Es war gemütlich und ruhig am Feuer. Die Musik aus dem Saal war hier kaum zu hören, nur das knistern und knacken des Feuerholzes und das magische Zirpen der Grillen.
Über uns leuchtete ein mit diamantfunkelnden Sternen übersäter Nachthimmel. Ein lauschiger milder Abend. Fast zu romantisch.
Im hellen Feuerschein sah ich sein Gesicht jetzt deutlicher. Wir sassen beide schweigend da. Er starrte ins Feuer und ich beobachtete ihn genauer. Einige Rastas fielen ihm in sein schönes, ebenmässiges Gesicht, die restlichen Haare hatte er unter einer blauen Mütze versteckt..
Er trug blaue Jeans, ein farbiges Batikhemd und eine dunkle Jacke darüber. Er sah gut aus, aber das taten ja alle Männer die ich hier bis jetzt getroffen hatte.
Mit seinen feingliedrigen Fingern zog er eine zerknitterte Zigarette aus seiner Hosentasche und zündete sie mit einem brennenden Hölzchen an, das er, ohne mit der Wimper zu zucken, aus dem Feuer heraus fischte.

Die Geschichte geht natürlich weiter.... ;-) Am Anfang war die Faszination, Neugier und viel Erotik. Doch je länger ich in Senegal lebte und immer tiefer in das Leben von dort eintauchte, mich einliess auf das was passierte, desto mehr kamen auch Situationen auf mich zu, die nicht mehr viel mit Faszination zu tun hatten, sondern mit nacktem Leben.

Daraus sind alle meine Angebote, Geschichten und Vorträge entstanden.

Während dem ich das Angebot "Auswandern nach Westafrika" kreiert habe, ist mir wieder klar und bewusst geworden, wie gross, reichhaltig und vielfältig, dieser Kontinent und seine Themen sind. Mal abgesehen von den ganzen Dramen, die ja oft aus den Glaubenssätzen und Klischees heraus entstehen....

Einige dieser Glaubenssätze möchte ich näher beleuchten, und habe dazu zwei Vorträge vorbereitet. 

Samstag 13. und Donnerstag 18. Juli um 19 Uhr. Themen werden sein: "Die reichen Weissen und die armen Schwarzen." Wahrscheinlich einer der Tiefsten und Leidvollsten Glaubenssätzen überhaupt in der Geschichte Afrikas, und genau aus diesem Grund möchte ich ihn aus der Versenkung holen, denn er hat es verdient angeschaut zu werden.
Dieses arm-/reich- Hamsterrad beschäftigt mich wirklich und liegt mir schon lange auf dem Herzen. 
Vielleicht auch deshalb, weil ich selber, lange, während ich in Senegal gelebt habe, hautnah damit konfrontiert war.

Warum Hamsterrad? Weil er keine Veränderung zulässt, niemandem weiterhilft und immer noch mehr Leid erschafft.

Es geht mir nicht darum, Dir etwas  ein- oder ausreden zu wollen, ich möchte Dich einladen und inspirieren, einfach einmal mutig einen anderen Gedanken darüber zu denken.

Den Mutigen gehört die Welt und umdenken ist angesagt!

Ich würde mich freuen Dich an einem dieser Abend bei mir zusehen. Wenn Du kommst, melde Dich aus Platzgründen unbedingt an. 078 709 98 86 ich schreibe mir Monika

Von Herzen

Monika