Regenzeit auf senegalesisch

21. 8. 2019

Senegalesische Gelassenheit oder Zeit für einen Ataya ...

       

Wir befanden uns auf dem Weg von Ziguinchor zurück nach Abene.
Die Regenzeit hatte so ziemlich ihrem Höhepunkt erreicht und es hatte die ganze letzte Nacht wie aus Eimern geschüttet. Die Straßen waren in einem prekären ja, sehr miserabel Zustand. Man konnte sagen, es war gefährlich.
Der Dauerregen hatte teilweise tiefe Löcher in die Straßen gegraben, die mit Wasser gefüllt waren, so das man die Gefahren schlecht einschätzen konnte.
Doch unser Chauffeur kannte wohl solche Situationen sehr gut, und wusste wie er ausweichen musste. Er fuhr sehr vorsichtig und wir kamen gut voran, nicht schnell aber sicher.
Ich freute mich bald wieder auf dem Land und zu Hause zu sein. Die Fahrt war anstrengend, die Sonne schien gleissend hell und im Auto war es heiss und feucht. Die Hitze an diesem Morgen schon fast unerträglich.

Kurz vor Kafountine erwartete uns dann gleich eine unangenehme Überraschung. Die Straßen waren auch hier vom langanhaltenden Regen unpassierbar geworden oder besser gesagt, diese hier hatte sich ein Sumpfgebiet verwandelt, und es gab kein durchkommen mehr. Ein Auto steckte schon mitten drin im Schlamassel, die anderen wurden umgeleitet, durch eine Feldweg, der jedoch mehr einem Acker glich als einer Strasse oder Weg. Ich sah nur Dreck und Wasser, wie konnte man auf die Idee kommen, hier durchzufahren? Wenn wir da durchkommen sollten, würde das ja fast an ein Wunder grenzen, dachte ich schlecht gelaunt.

Ich war genervt von der Hitze und der Feuchtigkeit, war hungrig und freute mich auf eine kühle Dusche, und nun das. "Ich will essen", sagte ich trotzig wie ein Kleinkind. "Wir kommen hier sowieso nie durch", nervte ich weiter.

Es war Hauptverkehrszeit und die Buschtaxis und Sept-Places standen Schlange, die einen wollten nach Kafountine, die andern nach Ziguinchor oder nach Gambia. Und jeder sollte nun durch diesen Acker?
Die ersten hatte immerhin noch Glück, aber nicht lange, bald steckten schon einige im Dreck fest, kein Wunder auch hier wurden die Löcher immer tiefer und sumpfiger.

Auch unser Chauffeur versuchte sein Glück. Ich konnte darüber nur besserwisserisch die Augen verdrehen. Aber siehe da, das Wunder geschah, er manövrierte das Auto auf ziemlich abenteuerliche Weise durch den Sumpf, was niemand, oder ich zumindest nicht, für möglich gehalten hätte. Einfach Weltklasse! und er bekam auch richtig viel Applaus dafür, den er mehr als verdient hatte.

So viel Glück wie wir hatten an diesem Tag aber nicht alle. Während wir durch mehrere Umwege Richtung Dorf fuhren, sah ich Lastwagen mit ganzen Mangoernten geladen, umgekippt an den Straßenrändern liegen. Die ganzen Mangos lagen verstreut und zerstört auf dem Boden.
Umgekippt, weil die Straßenzustände so schlimm waren, oder die Lastwagenpneus, schlecht, abgenutzt und geplatzt waren.

Als wir nach vielen Umwegen, fast in Kafountine eingetroffen waren, sah ich ein vom Regen nassgesogenes, in sich eingestürztes Lehmhaus, vor dem ein Grüppchen gutgelaunter Menschen sass und Ataya kochten. Sie wirkten auf mich trotz der Misere ziemlich gelassen, ich staunte über diese Szene und es stimmte mich gleichzeitig nachdenklich, denn solche Bilder sah ich in der Regenzeit öfter. Wie kann man da nur so ruhig bleiben?

Die Regenzeit in Südsenegal, hat wunderschöne Seiten, sie ist grün, üppig, reich, duftete nach Fisch und Fülle, sie hat ihren ganz ureigenen geheimnisvollen Zauber. Viele Rituale werden während der Regenzeit abgehalten und gefeiert. Doch es gibt auch die andere Seite, diese die ich Dir hier kurz geschildert habe ...

Möchtest Du gerne mehr erfahren, tretet mit mir in Kontakt, komm an einen meiner Vorträge und bald auch an die Lesungen meines Buches. Strahl ... :-)

Ich freue mich Menschen kennenzulernen, die neugierig sind, sich auf Neues einzulassen oder das bisherige Wissen zu vertiefen.

Möchtest Du auch Schreiben? Dann habe ich etwas für Dich und wer weiss...?

Ich freue mich auf dich, von Herzen Monika