Black lives matter

14. 6. 2020

          

Ein heikles Thema.

Nicht von gestern.

Und auch nicht vor einer Woche entstanden.

Uralt und doch realer als eh und je, breitet es sich gnadenlos auf dem Boden der verlogenen, scheinheiligen und ausbeuterischen Tatsachen aus.

Schlängelt sich in jede Schicht.

Die einen diskutieren darüber, ob man auf Worte wie Mohr, oder Produkte wie Mohrenkopf, Negerküsse, usw verzichten müsste oder gleich abschaffen sollte. Wäre sicher nicht schlecht.

Doch macht es wirklich einen Unterschied? Kommen wir dadurch der Lösung näher? Oder hält es uns an der Oberfläche fest? Gibt es in der verstrickten Welt, in der alles mit allem verbunden ist, überhaupt eine halbwegs intelligente Lösung?

Ich glaube das eigentliche Problem liegt viel, viel tiefer. Und das wissen wir. Deshalb ist es einfacher und bequemer darüber zu diskutieren, wer jetzt rechter hat und weshalb wir dies und das nicht mehr sagen sollten. Wäre es nicht eher an der Zeit klar Stellung zu beziehen und den Tatsachen ins Auge zu blicken und seine eigene Meinung zu bilden?

Es sollte in unserer eigenen Verantwortung liegen, was wir sagen und wie wir über andere reden und denken.

Worte sind Bildermacher. Mit Worten lösen wir immer etwas aus beim Gegenüber. Egal was wir sagen. Jedes Wort transportiert eine Energie, die uns erheben oder zerstören kann.

Die Frage wäre doch; was bringt mich der Lösung näher?

Wir sollten damit beginnen unsere Worte achtsamer zu wählen, gründlicher nachzudenken. Überlegen aus welcher Quelle etwas stammt. 

Was passiert hier gerade? Es wäre auch von Vorteil unsere Handlungen zu überdenken.

Wen stört es denn eigentlich, wenn ich Mohrenkopf sage? Stört es einen Schwarzen wirklich? Oder möchte ich einfach politisch korrekt dastehen?

Und trägt es auch zur Lösung bei, wenn ich es nicht mehr sage? Bitte belehre mich ...

Rassismus ist tief verwurzelt in der Geschichte der Menschheit und geht uns alle an. Wir sind aufgefordert über den Tellerrand hinaus zu blicken. Denn sonst bleiben wir nämlich in der Schlaufe von "Hauptsache wir haben darüber geredet" hängen.. Wir reden ja gerne über vieles und wissen alles.

Aber wir fühlen nichts mehr und neigen zu Abgestumpftheit. Das zeigt sich auch in unserem Konsumwahn.

Ich habe lange in Westafrika gelebt und bekam dort auch eine versteckte Form von Rassismus zu spüren. Mehr dazu findest du in meinem Buch.

Ich sah das jedoch nicht wirklich als Rassismus an. Erst beim Schreiben viel mir auf, dass ich auf Grund meiner Hautfarbe eine bestimmte Rolle aufgedrängt bekam.

Als ich wieder in der Schweiz lebte, musste mein Sohn in den Kindergarten ... und ich erfuhr am eigenen Leib was Mobbing und Rassismus heisst.

Da spielte es keine Rolle mehr ob ich Schwarz oder Weiss war.

Ich lernte wie es sich anfühlt, wenn das eigene Kind anhand seiner Hautfarbe und sogenannter Haarstruktur ausgegrenzt wird.

Ich weiss wie es sich anfühlt, wenn man gefragt wird ob das Kind adoptiert ist, weil es eine andere Hautfarbe hat als man selbst.

ich weiss auch wie es sich anfühlt, wenn das Kind weinend und fragend nach Hause kommt weil alle eine Geburtstagseinladung bekamen nur er nicht. Und ich darauf keine Antwort wusste weil es keine gab.

Ich weiss wie es sich anfühlt wenn man mit Eltern das Gespräch sucht und die einfache Antwort "Kinder sind halt so" bekommt ...

Sind Kinder wirklich so?

Mir zog einfach nur den Boden unter den Füssen weg.

Wo liegt das Problem wirklich?

Ich kam mit meiner tiefsten Ohnmacht in Kontakt. Es war eine Gratwanderung, eine meiner dunkelsten Zeiten in meinem Leben.

Ich fühlte mich allein und ausgeliefert. Und die wenigen Menschen die ich in dieser Zeit an meiner Seite hatte waren schlicht überfordert mit dieser Situation. Also auch keine grosse Hilfe.
Ich dachte ja auch nicht im Traum daran, dass mir so etwas passieren könnte. Und das denken wahrscheinlich einige.

Doch das Leben zwang mich hinzuschauen. Und jetzt gerade sind wir ALLE aufgefordert hinzusehen. 

Was ich daraus lernte war, dass ich so nicht leben will und kann. Und dass ich so nicht leben muss. In dieser Zeit traf ich einen meiner wichtigsten Lehrer. Ich weiss nicht ob ich es alleine geschafft hätte durch dieses Feuer zu gehen.

Es begann eine sehr intensive und bewegte Zeit für mich. Ich ging tief in mich, fühlte alles was hoch kam und es kam viel. So viel, dass ich manchmal dachte, dass ich das alles gar nicht aushalten kann. Aber ich konnte! Bis ich die Botschaft dahinter erkannte. 

Dann kam der Quantensprung. 

Jetzt weiss ich wie es sich anfühlt und wie schön und kraftvoll es ist, wenn das Kind strahlend nach Hause kommt und richtig tolle Freunde hat.

Auch wenn es es oft dunkel war, es hat sich so sehr gelohnt  hinzusehen und dran zu bleiben. Lösungen zu finden, anstatt nach Schuldigen zu suchen. Es war vielleicht die krasseste Herausforderung in meinen Leben. Doch ich bin im Feuer stehen geblieben und ich würde es jeder Zeit wieder tun.

Ich glaube wir kommen immer mehr an Situationen in unserem Leben wo wir einfach nicht mehr wegschauen können und dürfen. Die Welt brennt. Wut steigt auf. Wut über alles mögliche ...

Doch wir sind Vorbilder für nachfolgende Generationen. Im guten wie im Schlechten.

Wir haben die Wahl!

Ich glaube es ist nun an der Zeit, sich aus diesen alten starren Macht- und Ohnmacht Strukturen zu lösen und sich aus Opfer und Märtyrer Rollen zu befreien.

Meine Vision ist es den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. 

Was können wir tun?

Für unsere Kinder da sein. IMMER! Sie unterstützen

Hinschauen und nicht so tun als ginge uns etwas nicht an. Es geht uns alle an, Verantwortung zu über nehmen. Auch können wir unseren Kindern lernen Verantwortung zu übernehmen, indem wir es ihnen vorleben.

Wir sind mehr als unser Drama und unsere Geschichte ...

 

Ich wünsche mir dass du etwas daraus nehmen kannst und vielleicht magst du mir deine Meinung dazu sagen. 

Dann schreiben mir sehr gerne. Hier geht es zum Kontakformular.

In Liebe Monika