Regenzeit auf Afrikanisch

17. 3. 2021

       

Endlich! Raus aus der Stadt. Wir befanden uns auf dem Heimweg von Ziguinchor zurück nach Abene. Die Sonne schien gleissend hell und alles war feucht. Es war früher Morgen doch die Hitze schon unerträglich. 
Es hatte die ganze Nacht in Strömen geregnet. Die Strassenzustände waren prekär bis gefährlich. Die Löcher welche vom Dauerregen mit Wasser aufgefüllt waren, sah man nicht mehr. Aber dank den befähigten Fahrkünsten unseres Chauffeurs, kamen wir gut und sicher voran.
Ich freute mich und war froh bald wieder auf dem Land und zu Hause zu sein. 

Kurz vor Kafountine jedoch erwartete uns eine unangenehme Überraschung. Die einzige Strasse, welche ins Dorf führte, war vom anhaltenden Regen unpassierbar geworden oder besser gesagt, sie hatte sich in einen Sumpf verwandelt. Ein Auto steckte schon mitten drin, die anderen wurden umgeleitet durch einen Nebenweg. 
Obwohl Weg schon übertrieben war, denn es erinnerte eher an einen Acker. Wie wir durch diese Brühe aus Dreck und Wasser kommen sollten war mir jetzt schon ein Rätsel, und wenn wir das schaffen sollten, würde das in meinen Augen an ein Wunder grenzen.

Ich war genervt von der Hitze und der Feuchtigkeit und hatte Hunger.
"Ich will essen", sagte ich trotzig. "Wir kommen hier nie durch", nervte ich weiter.
Es war Hauptverkehrszeit und die Buschtaxis und Sept-Places standen Schlange und sollten nun alle durch diesen immer matschiger werdenden Weg? Ich rollte nur noch die Augen ...

Aber tatsächlich, das Wunder geschah! Wir hatten es geschafft. Es war ein einziges Abenteuer das Auto hier durch zu manövrieren - aber, wir hatten echt den Weltklassechauffeur. 
Wie schlimm das Auto danach aussah, kümmerte in diesem Moment niemanden. Sobald wir im Dorf waren, würde es gewaschen werden.

Diese Situation wäre gemeistert. Aber soviel Glück hatte nicht jeder. Während wir über mehrere Umwege immer mehr Richtung Dorf fuhren, sah man Lastwagenanhänger randvoll mit Mangos beladen umgekippt an den Wegrändern liegen ... umgestürzt, weil die Strassenverhältnisse einfach so schlecht waren. Natürlich waren auch die Zustände der Pneus teilweise sehr fragwürdig. 

In der Regenzeit ist Mango-Hauptsession und die Früchte werden mit wuchtigen Lastwagen in den Dörfern der Casamance abgeholt und die Ernte wird bis nach Europa verschifft oder geflogen. Diese Mangos hier gingen jedoch nirgends mehr hin. Sie taugten höchstens noch zum Eigenverzehr ...

Das war wieder einmal eine Geschichte aus meinem Afrika-Repertoire :-)

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Und/oder gönne dir einen warmen, erdigen und wundervoll einhüllenden Duft aus Senegal. Tschurai!

Von Herzen einen zaubervollen Frühlingsgruss

Monika